IMPFSCHUTZ - SCHUTZIMPFUNGEN
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Was versteht man unter einer Impfung?

Eine Impfung verleiht dem Organismus einen wirksamen Schutz vor Erkrankungen, die hauptsächlich durch Krankheitserreger wie Bakterien oder Viren hervorgerufen werden.


Bei der Impfung werden die Erreger einer bestimmten Erkrankung (oder Teile davon) dem Körper in ganz geringen Mengen zugefügt, und somit der Organismus zum Aufbau eines natürlichen Schutzes gegen nachfolgende Infektionen mit demselben Krankheitserreger angeregt.

Die Erkenntnis, daß bestimmte Erkrankungen nur einmalig im Leben einer Person auftreten, hat schon im Altertum zur Annahme geführt, dass der Körper nach der Erkrankung eine wirksame Abwehrbereitschaft aufgebaut haben muss.
Weitere Nachforschungen führten z.B. zu dem Beweis, dass die Infektion mit Kuhpocken (Vaccinia) vor einer Infektion mit Menschenpocken (Variola) schützt, da die Erreger ähnliche Merkmale besitzen.
PASTEUR entwickelte 1882/5 den ersten Impfstoff gegen Tollwut,
der einen Organismus effektiv vor einer möglichen Tollwuterkrankung schützte, ohne selbst diese Krankheit auszulösen. Seit damals ist gegen eine Vielzahl von Krankheiten eine Impfmöglichkeit entwickelt worden.

Das Impfprinzip

Grundsätzlich kann der Körper zwischen körpereigenem und körperfremden Material unterscheiden:
Auf allen Zellen befinden sich nämlich bestimmte Strukturmerkmale, wobei jeder Organismus während der Embryogenese, d.h. vor der Geburt, die eigenen spezifischen Merkmale kennenlernt.

Gelangt nun fremdes, feindliches Material in den Körper, so kommt es zu einer typischen Abwehrreaktion.
Unspezifische Abwehrmaßnahmen des Körpers sind gegen alle fremden Stoffe gleich und bestehen z.B. aus der Abgabe von Enzymen, die Bakterien auflösen können und der Produktion bestimmter weißer Blutkörperchen (Granulozyten, Monozyten), die körperfremde Erreger wie Viren oder Bakterien auffressen können. Diese Maßnahmen sind sofort bei der Infektion mit einem Erreger wirksam.
Spezifische Abwehrmaßnahmen dagegen sind nur gegen die Antigene eines bestimmten Fremdstoffes gerichtet, d. h. genau auf seine markanten Oberflächenstrukturen zugeschnitten. So können sie gezielt den Auslöser einer Erkrankung unschädlich machen - ihre passgenaue Produktion allerdings erfordert einige Tage.


Dabei werden nach dem Kontakt mit den jeweiligen Antigenen des Erregers durch weitere Blutzellen, den Lymphozyten (und auch den T-Zellen), passende Gegenstücke zu diesen Antigenen gebildet (Schlüssel-Schloß-Prinzip).

Die von den Lymphozyten produzierten Antikörper setzen sich nun an die entsprechenden Antigene der Krankheitserreger oder an deren gefährliche Gifte, so daß diese zerstört und abgebaut werden.


Einige der Lymphozyten, die einen bestimmten, wirksamen Antikörper gegen eine Erkrankung herstellen können, bleiben dem Körper als “Gedächtniszellen “ erhalten, und produzieren bei einer erneuten Infektion mit dem Erreger sofort wirksame Abwehrstoffe, so dass die Krankheit nicht ausbricht.

Diese spezifische Abwehr macht sich die Impfung zunutze, indem eben nur ganz geringe Mengen des Krankheitserregers verabreicht werden, die zwar eine Abwehrbereitschaft bewirken, aber die Krankheit nicht auslösen können.

Bei der aktiven Impfung injiziert man entweder

* schwach krankheitsauslösende, vermehrungsfähige Erreger (Lebendimpfstoffe)


* abgetötete, inaktivierte Erreger (Totimpfstoffe) bzw. besonders infektiöse Teile davon (Impfvakzine) oder


* Bakteriengifte (Toxoidimpfstoffe),
die den Körper zu Abwehrmaßnahmen anregen.

Nach der Grundimmunisierung, d. h. dem Aufbau des Impfschutzes durch mehrmaliges Impfen innerhalb von Wochen bis Monaten, bleibt der Impfschutz über mehrere Jahre hin bestehen, und muß dann gegebenenfalls durch Auffrischimpfungen wieder erneuert werden.

Die Passivimpfung dagegen ist angebracht, wenn zu wenig Zeit zum Aufbau einer aktiven Immunisierung vorhanden ist, bzw. wenn der Organismus zu schwach ist. Dazu verabreicht man dem Körper bereits die passenden Antikörper gegen die Krankheitserreger, so dass die körpereigene Abwehr sofort verstärkt wird.
Allerdings bleibt der Impfschutz nur einige Tage bis Woche bestehen, da diese von außen eingebrachten Antikörper vom Körper abgebaut und vernichtet werden..

Empfohlene Impfungen für Kinder und Jugendliche

In Deutschland gibt es keine gesetzlich festgelegten Pflichtimpfungen, durch die sogenannte STIKO (Ständige Impfkommission), einer Expertengruppe, werden jedoch ständig Impfempfehlungen veröffentlicht.
Eine Impfung sollte erfolgen gegen therapeutisch schwer oder kaum zu beeinflussende Krankheiten, die vor allem Kinder ernsthaft gefährden können, bzw.
Krankheiten, bei denen sehr schwerwiegende Komplikationen und Folgeerscheinungen auftreten können.

Dies beinhaltet folgende Erkrankungen:

-Tetanus -Diphtherie -Poliomyelitis (Kinderlähmung)

-Pertussis (Keuchhusten) -Haemophilus influenzae b

-Masern -Mumps -Röteln

-Hepatitis B

Ziele der WHO sind z.B. die Ausrottung von Hepatitis B, Masern und Polio
durch konsequente Durchimpfung der Bevölkerung.
Jede Impfung zählt für den Organismus-
Auffrischimpfungen sind meist auch nach Jahren noch möglich, da man selten von vorne anfangen muß.
Allerdings gilt eine nicht dokumentierte Impfung als nicht gegeben!



Impfrisiken


Vor jeder Impfung muss der behandelnde Arzt gemeinsam mit dem Patienten bzw. den Erziehungsberechtigten über die Notwendigkeit, den Zeitpunkt, die Durchführung und mögliche Risiken und Nebenwirkungen sprechen.
Impfreaktionen können z.B. lokale Erscheinungen, wie Rötung, Schwellung und Schmerzen an der Einstichstelle darstellen.
Es kann aber auch zu allgemeinen Symptomen wie Fieber, Schüttelfrost, Gelenkschmerzen und Krankheitsgefühl kommen.
Selten sind dagegen allergische Reaktionen auf den Impfstoff oder gegen die Trägersubstanzen, da die Impfstoffe heutzutage sehr gut gereinigt und getestet sind.
Was den Nutzen oder Schaden vom Impfungen angeht, stehen sich Befürworter und Gegner nahezu unversöhnlich gegenüber. Impfgegner sagen, daß unser Immunsystem bestimmte Erkrankungen im Kindesalter benötigt, um optimal funktionieren zu können. Bedenken Sie aber, dass Impfungen in erster Linie für solche Infektionskrankheiten entwickelt wurden, an denen jedes Jahr sehr viele Menschen, besonders Kinder, starben oder von denen sie bleibende Schäden bekamen.

 

 

 

 

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