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Die Gesundheitsreform bringt einschneidende Veränderungen für die Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen. Die zusätzliche jährliche Belastung schätzen Gesundheitsexperten auf 400 bis 600 Euro. Damit wird eigenverantwortlicher Gesundheitsschutz der Versicherten immer wichtiger. Wer Krankheiten vermeidet, bleibt länger gesund und spart Geld. Besonders Hausärzte können hier unterstützen. Der Gesundheits-Check 35 erkennt frühzeitig mögliche Risiken, Impfungen schützen vor Infektionskrankheiten. Wichtig für den Arzt: Impfungen werden außerhalb der Budgets oder anderer honorarbegrenzender Maßnahmen bezahlt. Wichtig für den Patienten: Keine Zuzahlungen und bei Impfungen als einziger Leistung im Quartal auch keine Praxiseintrittsgebühr.
   
 



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Informationsdienst Wissenschaft - idw - - Pressemitteilung
Paul-Ehrlich-Institut (Federal Agency for Sera and Vaccines), 22.09.2003


Gemeinsame Pressemitteilung: Paul-Ehrlich-Institut und Robert
Koch-Institut

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Bald an Grippe-Schutzimpfung denken - Impfinitiative bei medizinischem Personal trägt erste Früchte

Im vergangenen Jahr sind zahlreiche Menschen durch die echte Virusgrippe gestorben. Alle gefährdeten Personen (ältere Menschen, Menschen mit bestimmten Grundleiden und medizinisches Personal) sollten sich daher in den nächsten Wochen und Monaten impfen lassen. Die Impfung mit dem
aktuellen Impfstof ist ab sofort möglich.


Die Influenzawelle im vergangenen Winter war mit geschätzten 12.000 bis 20.000 influenzabedingten Todesfällen stärker als in den vergangenen Jahren. "Diese Zahlen zeigen, wie gefährlich die echte Virusgrippe ist.
Daher sollten sich alle gefährdeten Personen in den nächsten Wochen und Monaten impfen lassen", betont Reinhard Kurth, Präsident des Robert Koch-Instituts. Eine besondere Gefährdung stellt die Infektion mit dem Influenzavirus für Personen mit bestimmten Grundleiden und für ältere
Menschen dar. Bei ihnen kommt es im Krankheitsverlauf häufiger zu Komplikationen wie bakteriellen Lungenentzündungen, die tödlich enden können.

Wichtig ist die Influenza-Impfung aber auch für Personen in
Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr. Obwohl in
Krankenhäusern, Altenheimen oder Arztpraxen nicht nur ein erhöhtes Risiko besteht, selbst an der Virusgrippe zu erkranken, sondern auch durch eine Infektion die Patienten dieser Einrichtungen zu gefährden, ist nur ein geringer Teil der Beschäftigten im Gesundheitswesen gegen Influenza geimpft. In der Saison 2002/2003 hat das Robert Koch-Institut
in einer Untersuchung unter medizinischem Personal von Krankenhäusern und Altenpflegeheimen bei den teilnehmenden Institutionen einen Anstieg der Influenzaschutzimpfungsrate um etwa zehn Prozent verzeichnen können.
"Diese positive Entwicklung geht auf die gezielte Impfinitiative der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) in Krankenhäusern und Alten pflegeheimen zurück", unterstreicht Reinhard Kurth. Davor lag die Durchimpfungsrate des medizinischen Personals im Winter 2001/2002 gerade mal bei 15 Prozent.

Eine solche Initiative hat die AGI, deren Gesamtprojektleitung beim Robert Koch-Institut liegt, in diesem Jahr erneut gestartet, um die Influenza-Impfraten bei medizinischem Personal zu erhöhen. Im September erhalten die Betriebsärzte der deutschen Krankenhäuser und die Leiter
von Alten- und Altenpflegeheimen wieder ein Aktionspaket. Die Poster, Handzettel, eine Vortragspräsentation zu Influenza, Anregungen für Aktivitäten und Textbausteine für Beschäftigten-Mailings sind auch auf den Influenza-Seiten des Robert Koch-Instituts (Internetadresse s.u.)
abrufbar. Diese Initiative wird wie in den Vorjahren von wesentlichen Verantwortungsträgern im Gesundheitswesen mitgetragen.

Nach der Impfung benötigt das Immunsystem zwischen sieben und 14 Tagen, um einen vollständigen Immunschutz aufzubauen. Angst vor schweren Nebenwirkungen braucht niemand zu haben. "Die heute verfügbaren Grippeimpfstoffe sind gut verträglich. Zudem kontrolliert das Paul-Ehrlich-Institut jede Impfstoff-Charge und gibt sie erst dann zur Anwendung frei." erklärt Johannes Löwer, der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts. Auch die Angst, durch die Impfung erst an
Influenza zu erkranken, ist unbegründet: "Influenza-Impfstoffe können auf keinen Fall selbst eine Virusgrippe auslösen, da es sich um inaktivierte Impfstoffe handelt, die nur Teile des Erregers enthalten", betont Löwer. "Allerdings kann die Influenza-Impfung nicht gegen Erkältungskrankheiten mit grippeähnlichen Symptomen schützen, die von anderen Erregern als dem Influenzavirus verursacht werden", so Löwer.
Dies werde häufig vergessen und eine solche Erkältungskrankheit dann als Versagen der Influenza-Impfung interpretiert.

Bis Anfang September konnte das Paul-Ehrlich-Institut mehr als 15 Millionen Dosen Grippeimpfstoff freigeben, so dass die Impfung nun jederzeit möglich ist. Obwohl sich die Zusammensetzung des Impfstoffs der Saison 2003/2004 nicht von derjenigen der vergangenen Saison unterscheidet, wird die jährliche Wiederimpfung dennoch empfohlen, um den indviduellen und den kollektiven Immunschutz so hoch wie möglich zu halten.

Die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene
Stammzusammensetzung enthält Bestandteile folgender Viren:

- eines A / New Caledonia / 20 / 99 (H1N1)-ähnlichen Virus
- eines A / Moscow / 10 / 99 (H3N2)-ähnlichen Virus
- eines B / Hong Kong / 330 / 2001-ähnlichen Virus

Die meisten Impfstoffe sind für Personen ab dem vollendeten sechstenLebensmonat geeignet. Allerdings wird bis zum vollendeten 35.Lebensmonat eine reduzierte Dosis verwendet. Ausschließlich zurAnwendung bei Erwachsenen, die 65 Jahre oder älter sind, stehen auch indieser Saison adjuvantierte Impfstoffe zur Verfügung.

Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) empfiehltdie Influenzaimpfung für - Personen über 60 Jahre,
- Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens, zum Beispiel chronische Lungen-, Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten und Diabetes und andere
Stoffwechselkrankheiten, Immundefizienz, HIV-Infektion
- Bewohner von Alten- und Pflegeheimen,
- Personen mit erhöhter Gefährdung, zum Beispiel medizinisches Personal,
Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr, sowie Personen, die als mögliche Infektionsquelle für von ihnen betreute ungeimpfte Risikopersonen fungieren können.

Ältere Menschen und solche mit Grunderkrankungen sind nicht nur durch Influenzaviren gefährdet, sondern auch durch Pneumokokken, wichtige Erreger von Lungenentzündung und Hirnhautentzündung. Für diesen Personenkreis empfiehlt die STIKO daher zusätzlich eine Pneumokokkenimpfung. Der Impfschutz gegen Pneumokokken muss nur alle sechs Jahre erneuert werden und kann dann gleichzeitig mit der
Influenza-Impfung erfolgen.

Weitere Informationen:
Homepage des PEI (Addesse siehe unten):Internetseiten des
Paul-Ehrlich-Instituts, u.a. mit Informationen zum aktuellen Impfstoff und der Liste zugelassener Influenza-Impfstoffe

Homepage des RKI (Adresse siehe unten): Influenza-Seiten des Robert Koch-Instituts, u.a. mit dem Aktionspaket der AGI und
Influenza-Beiträgen des Epidemiologischen Bulletins (Aus-gabe 38/2003 zum Auftakt der Impfsaison und Ausgabe 16/2002 zu Impfraten)


Weitere Informationen finden Sie unter:
http://www.pei.de/professionals/fluimpf_2003.htm
http://www.rki.de/INFEKT/INFLUENZA.HTM

 

 

 

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