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Informationsdienst
Wissenschaft - idw - Pressemitteilung
Neue
Empfehlungen der Ständigen Impfkommission
Susanne Glasmacher, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Robert Koch-Institut
Die
Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut, STIKO,
hat ihre Impfempfehlungen aktualisiert und im Epidemiologischen
Bulletin 30/2009 veröffentlicht, sie sind auch im Internet
abrufbar (www.rki.de/impfen).
Die Begründungen der STIKO zu den neuen oder veränderten
Empfehlungen und eine Übersicht zu den Neuerungen werden
in den kommenden Wochen im Epidemiologischen Bulletin veröffentlicht.
Die
umfangreichste Neuerung ist die Empfehlung einer generellen
Keuchhusten-Schutzimpfung für Erwachsene. Weitere Änderungen
betreffen die Windpocken-Impfempfehlung im Kindesalter und
die Pneumokokken-Impfung bei Erwachsenen. Zudem wurde die
so genannte postexpositionelle Meningokokken-Impfung aufgenommen
und die Empfehlungen zur Impfung gegen Kinderlähmung
(Poliomyelitis) präzisiert. Zur HPV-Impfung wird in den
nächsten Wochen eine aktuelle wissenschaftliche Bewertung
der STIKO veröffentlicht. Sie ergänzt die wissenschaftliche
Begründung, die im Epidemiologischen Bulletin 12/2007
publiziert worden ist.
Pertussis
oder Keuchhusten ist vor allem für Säuglinge lebensgefährlich
(daher gibt es schon seit Jahren eine Impfempfehlung für
alle Personen mit Kontakt zu Säuglingen). Mehr als 70
% aller Erkrankungen treten aber bei Erwachsenen auf und führen
häufig zu wiederholten Arztbesuchen und starken Beeinträchtigungen
über mehrere Wochen. Da kein Einzelimpfstoff gegen Pertussis
erhältlich ist, kann diese Impfung nur in Kombination
mit anderen anstehenden Impfungen erfolgen. Die STIKO empfiehlt
daher, bei der nächsten fälligen Impfung gegen Tetanus
und Diphtherie, die alle 10 Jahre zur Auffrischung oder im
Rahmen der Tetanusvorbeugung nach Verletzungen empfohlen ist,
einmalig auch gegen Pertussis zu impfen. Es gibt auch eine
Kombina-tionsimpfung gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis
und Poliomyelitis. Zur Polio-Impfung hat die STIKO klargestellt,
dass "alle Personen ohne einmalige Auffrischungsimpfung"
eine Polio-Auffrischungsimpfung erhalten sollten.
Die
Windpocken- oder Varizellen-Impfung wird seit 2004 empfohlen,
nun hat die STIKO eine generelle zweite Impfung im Alter von
15 bis 23 Lebensmonaten empfohlen. Zuvor war nur auf eine
mögliche zweite Impfung gemäß Herstellerangaben
verwiesen worden. Die zweite Impfung ist wichtig, um Ausbrüche
und Erkrankungen trotz Impfung (Durchbruchserkrankungen) zu
verringern und die Übertragung des Virus auf empfängliche
Personen weiter einzudämmen. Die Impfung gegen Pneumokokken
mit einem so genannten Polysaccharidimpfstoff bei Personen
über 60 Jahren wird seit Jahren als Standard-Impfung
empfohlen. Bezüglich einer Wiederholungsimpfung im Abstand
von fünf Jahren hat die STIKO entschieden, dass sie nur
bei bestimmten Indikationen erfolgen sollte, z.B. bei Patienten
mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten. Bei einer impfpräventablen
invasiven Meningokokken-Infektion empfiehlt die STIKO, zusätzlich
zur Chemoprophylaxe, enge Kontaktpersonen (Haushaltskontakte
oder enge Kontakte mit haushaltsähnlichem Charakter)
eines Erkrankten so bald wie möglich nach dem Kontakt
mit einem Erkrankten gegen Meningokokken zu impfen.
Die
STIKO-Empfehlungen sind Grundlage der öffentlichen Impfempfehlungen
der obersten Landesgesundheitsbehörden und der Schutzimpfungs-Richtlinie
des Gemeinsamen Bundesausschusses. Die Mitglieder der STIKO
sind ehrenamtlich tätige Experten aus unterschiedlichen
Disziplinen der Wissenschaft und Forschung, aus dem Bereich
des Öffentlichen Gesundheitsdienstes und der niedergelassenen
Ärzteschaft.
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